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René Goscinny

René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Paris geboren und verbrachte seine Jugendjahre in Buenos Aires, nachdem seine Eltern 1928 nach Argentinien gezogen waren. Schon in der Grundschule erwachte sein Interesse am Zeichnen und an Comics, aber niemand nahm von dieser Leidenschaft ernsthaft Notiz. Als sein Vater gestorben war, ging er im Oktober 1945 nach New York und lief mit seiner Zeichenmappe vergeblich von Verleger zu Verleger. Nach Ableistung seines Wehrdienstes in Frankreich versuchte er sein Glück erneut bei zahllosen New Yorker Verlagen und Werbeagenturen, doch niemand erkannte sein Talent.



Als typischer self-made-man verrichtete Goscinny die verschiedensten Tätigkeiten, bevor er Harvey Kurtzman kennen lernte, den zukünftigen Schöpfer von "Mad", und zusammen mit Jack Davis, Willy Elder und anderen in dessen Studio arbeitete. Anfang 1950 lernte er Maurice de Bévère (Künstlername: Morris) kennen, und etliche Monate später beschloss er, sein Glück in Belgien zu versuchen, wo er innerhalb kurzer Zeit einer der besten Texter wurde. Seine ersten Erfolge waren "Lucky Luke", ein sympathischer Westernheld, den Morris Jahre zuvor geschaffen hatte, und die Bücher mit dem kleinen Jungen "Nicolas", der eine Figur Sempés war und von diesem gezeichnet wurde. Im folgten "Signor Spaghetti" für Attanasio, "Umpah-Pah" für Uderzo, und weitere Szenarios für Jijét, Macherot, Tibet und viele andere Künstler. In der zweiten Hälfte des Jahres 1958 kam Goscinny bei einigen Verlagen auf die "schwarze Liste", als er sich bemühte, für Comicautoren gewisse Rechtsgrundlagen zu schaffen. Er kümmerte sich jedoch nicht darum und gründete mit Jean-Michael Charlier, Jean Hebrad und Albert Uderzo zwei Gesellschaften: eine für Comics und eine für Werbung. Im Oktober 1959 hob diese Gruppe "Pilote" aus der Taufe, ein Wochenmagazin, das später an den Verlag Dargaud verkauft wurde. Herausgeber und "Seele" von "Pilote" war bis 1974 Goscinny selbst, der dafür mit Albert Uderzo Asterix schuf, den wohl erfolgreichsten französischen Comic-Helden aller Zeiten, ohne dabei die Zusammenarbeit mit anderen Zeichnern zu vernachlässigen. Mit Cabu gestaltete er "Potachologie", mit Gotlib "Dingodossiers" und mit Tabary "Isnogud". Der gescheiterte Zeichner Goscinny hat somit viel für den französischen Comic - und für den Comic allgemein - geleistet. Von André Malraux, dem damaligen Kulturminister, wurde er 1967 zum Ritter der Künste und Wissenschaften ernannt. Ein Herzinfarkt setzte seinem Leben am 5. November 1977 ein vorzeitiges Ende.


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